Die letzten Masken mit der Hand genäht

Eine afghanische Familie hilft in der Corona-Krise / 400 Masken im Edith-Stein-Heim eingegangen
Von Elke Lier
Gera. Dem Aufruf der Caritas, Mundschutzmasken zu nähen, kamen die 20-jährige Elahe Razale und ihre Mutti aus Gera gerne nach. Wie bei den meisten afghanischen Frauen wird das Nähen von Frauengeneration zu Frauengeneration weitergegeben.  Ihre Familienpatin Ines Bauer vom Freundeskreis für Flüchtlinge, die die siebenköpfige Familie seit 2015 betreut und unterstützt, lieferte Baumwollstoff für die Mundschutzproduktion. Elahe, die an der Berufsschule für Gesundheit und Soziales ihren Realschulabschluss machen will, findet es selbstverständlich, zu der großen Zahl ehrenamtlicher Maskennäherinnen zu zählen: „Super, diese Idee. Im Moment habe ich Zeit fürs Nähen.  Ich habe das von Herzen gern gemacht. Mit viel Freude, um den Leuten zu helfen.“
Der Papa war der Erste, der als Modell für die Masken herhalten musste. Elahe hat noch vier Brüder. Mitten über dem Nähen ging die Nähmaschine kaputt. Trotzdem nähten Elahe und ihre Mutti per Hand die letzten Masken zusammen. Diese Woche lieferten sie gemeinsam mit Ines Bauer die „echt afghanische Handarbeit“ für Pflegepersonal und Bewohner im Edith-Stein-Seniorenheim in Lusan ab.
Zu Tränen gerührt
Seit Beginn des Aufrufes zum Maskennähen vor einer Woche in der OTZ sind im Katholischen Seniorenheim „Edith Stein“ in Lusan knapp 400 Mundschutzmasken eingegangen.  „Die OTZ-Aktion war eine wahnsinnstolle Sache!“ sagte gestern die Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit bei der Caritas, Catrin Ripka begeistert. Nicht nur Angehörige der im Edith-Stein-Heim lebenden Bewohner  sowie viele Geraer hätten eifrig genäht. „Auch Pakete von außerhalb erreichten uns“, so Einrichtungsleiterin Ines Kirchner. Liebevoll waren die Sendungen mit den Schutzmasken verpackt. Aufmunternde Dankeszeilen, kleine Beigaben wie Schokolade und Blumen für die Pflegerinnen und Pfleger im Heim, für die Sozialstationen in Gera und Altenburg  und die Demenz-WG kamen beim Auspacken zum Vorschein. „Wir waren oft zu Tränen gerührt über diese Anteilnahme für uns und unsere Arbeit“, dankt Ines Kirchner allen, die zum Schutz vor dem unsichtbaren Virus beigetragen und Solidarität bewiesen haben.